Einer kommt zum Rebbe: „Rebbe, es ist entsetzlich. Kommst du zu einem Armen – er ist freundlich, er hilft, wenn er kann. Kommst du zu einem Reichen – er sieht dich nicht einmal an! Was ist das nur mit dem Geld!“
Da sagt der Rebbe: „Tritt ans Fenster! Was siehst du?“
„Ich sehe eine Frau mit einem Kind an der Hand. Ich sehe einen Wagen, er fährt
zum Markt.“
„Gut. Und jetzt tritt hier zum Spiegel. Was siehst du?“
„Nu, Rebbe, was werd‘ ich sehen? Nebbich mich selber.“
Darauf der Rebbe: „Siehst du, so ist es. Das Fenster ist aus Glas gemacht, und der Spiegel ist aus Glas gemacht. Kaum legst du ein bißchen Silber hinter die Oberfläche – schon siehst du nur noch dich selber!“